In den ersten Wochen musste ich erstmal das ganze Computersystem und die Check-In Erklärungen kennen lernen. Wir vermieten Apartments in 5 Gebäuden, aber:
- nicht jedes Gebäude wird mit dem gleichen Kartenlesegerät abgebucht!
- nicht jedes Gebäude wird auf allen Buchungsplattformen angeboten!
- nur bei zwei Gebäuden werden die Reservierungen automatisch in das hauseigene System übertragen.
Meine Arbeitskollegen:
Elda - Die Chefin! Sie hat die Oberhand bei uns. Mit viel Humor, einer gewissen Durchsetzungskraft und einem mäßigen Gesangstalent koordiniert sie alles. Wenn man mir ihr arbeitet läuft den ganzen Tag eine Playlist mit insgesamt nur 3 Hits (alle von Lady Gagas neuem Album), die sie dann mit singt. Großen Respekt, dass sie die Nerven behält und trotz kleiner Probleme cool bleibt!
Daniel - Der Lehrer! Er ist der älteste bei uns und mit 6 Jahren Arbeitserfahrung in dieser Rezeption ein alter Hase. Das lässt er auch gerne mal raushängen! Er korrigiert einen häufiger und möchte viele Aufgaben selber übernehmen, weil er denkt, dass diese dann am Besten gelöst werden. Naja aber er erklärt mir gerne die spanische Kultur und Politik, also beschwere ich mich nicht!
Giorgio - Der Entspannte! Er hat in diesem Jahr auch ein Praktikum hier gemacht. Ursprünglich kommt er aus Italien. Ihm wurde aber ein Arbeitsvertrag angeboten, weshalb er auch im Sommer nach Spanien ausgewandert ist. Dadurch, dass er in der selben Situation war wie ich heute labern wir eigentlich ununterbrochen! UND es gibt immer eine Snackpause wenn wir zusammen arbeiten. :)
Pablo - Das Kücken! Der Jüngste (also neben mir) ist immer völlig aufgekratzt und für sämtlichen Blödsinn zu haben. Auch er war mal Praktikant und ich glaube das erklärt so einiges! Ein absoluter Schatz, der immer versucht mich aufzumuntern wenn es man mir die schlechte Laune ansieht! Kaffee- und Kekspause inkulsive!
Wenn man in so einem Hotel arbeitet, laufen einem nicht nur nette geduldige Menschen über den Weg. LEIDER! Es gab so einige Situationen wo ich persönlich kurz davor war die Nerven zu verlieren bzw. keine Menschen mehr sehen konnte.
- Wir vermieten Apartments mit Selbstversorgung. An einem Morgen ruft eine Kundin wütend in der Rezeption an und beschwert sich, dass das Frühstück heute morgen nicht gebracht wurde. "Für den Preis, den ich zahle erwarte ich ... " Naja auf allen Plattformen wird angegeben, dass das hier Selbstversorgung ist, lesen will gelernt sein!
- Eine Gruppe von 4 Belgiern Mitte 20 fielen Stockbesoffen aus dem Taxi, welches sie zur Rezeption gefahren hat. Bei ihrem Betreten der Rezeption machte sich gleich eine unangenehme Alkoholfahne im Raum breit. Während zwei versucht haben sich beim Check-In zusammen zu reißen, lehnten die zwei anderen im Türrahmen an den Taxifahrer. Den haben sie bequatschte, er solle ihnen doch bitte zeigen, wo man hier "geile Weiber" finden kann. Alle etwas neben der Spur. Auch nach dreimaligem Nachfragen, war den Jungs nicht verständlich zu machen, dass sie den 1. Zahlencode brauchen um die Haustüre zu öffnen und den 2. um den Schlüssel aus der Box neben ihrer Apartmenttür zu holen. Wie sie es an dem Abend zu ihrer Wohnung geschafft haben bleibt mir ein Rätsel.
- Ein älterer Deutscher Herr meinte er könnte über die Preise bestimmen und wollte so viel Rabatt haben bis sein Wunschpreis erreicht war. Als ich ihm gesagt habe, dass das so nicht funktioniert meinte er nur: "Ja gut, dann zahle ich das halt jetzt. Aber nur das sie Bescheid wissen. Wir fliegen erst Samstag nach hause und die letzten beiden Nächte verbringen wir in einem anderen Apartment ganz in der Nähe von ihrem. Die haben wesentlich bessere Preise und wenn das Zimmer unseren Vorstellungen entspricht werden wir in Zukunft nur noch bei denen buchen! Tschüss und wahrscheinlich bis nie wieder."
Mal sehen, was mich in den kommenden drei Wochen sonst noch so erwartet.
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