Samstag, 17. Dezember 2016

Himmel und Hölle

Am Sonntag hatte ich noch über Pablo gelacht, als er mir erklären wollte, dass in Spanien Dienstag der 13 als Unglückstag gilt und nicht Freitag der 13. Naja, hätte ich mal lieber auf ihn gehört.
Diesen Dienstag ist einfach so viel schief gegangen.

Alles hat mit Kopfschmerzen beim Aufstehen angefangen. Das ist an sich ja nicht schlimm. Also stand für mich auch soweit nichts im Weg, um nach Xàtiva zu fahren. Aber bevor ich auf die Burg dort zusprechen komme ist noch einiges im Zug passiert. Seit bereits mehreren Tagen war meine linke Kontaktlinse leicht angerissen, aber weil es meine letzte war, habe ich die natürlich weiter getragen. Dann saß ich im Zug und mein Auge hat auf einmal angefangen höllisch zu brennen. Die Augentropfen haben nichts geholfen, weshalb ich die Linse herausnehmen wollte. Nach ein bisschen im Auge herum fischen und vielen seltsamen Blicken der Mitreisenden hatte ich sie dann in der Hand. Die eine Hälfte der Linse. Verdammt! Ich konnte den Rest der Linse wirklich nicht finden. Den ganzen Tag bin ich halb blind durch die Gegend gelaufen (Treppen waren dabei das schlimmste). Besonders unangenehm war, dass auch nach einer Weile so eine Art "Motion- Sickness" einsetzt, weil das Gehirn nicht damit klar kommt.

  • Ich bin dann am Mittwoch noch in die Notaufnahme vom Krankenhaus, weil mein Auge Bult unterlaufen war und tierisch weh tat. Das Krankenhaus war fürchterlich. Mann kommt sich vor wie in der Massentierhaltung. Als erstes das obligatorische Armbändchen mit Strichcode und den wichtigsten Informationen. Dann wird man von einer Schwester in einen abgesonderten, überfüllten Warteraum mit einer zweiten Meldestelle geführt. In dem Raum, wo man wartet waren 10 Sitzreihen a 6 Stühlen (voll besetzt), eine Rollstuhlflotte an der Seite des Raumes plaziert und natürlich die Krankenbetten aus den Rettungswägen, die im vorderen Bereich abgestellt wurden. Dann gibt es noch mich, ich stehe in der ecke wie so viele andere, die einfach keinen Platz finden. Ein Glück hatte die Augenärztin dort eher gar keine Aufträge und ich wurde schon nach 15 min warten aufgerufen. Mit Spachtel, Farbtropfen und UV-Licht hat sie in meinem Auge rum hantiert. Ohne etwas zu finden außer eine leichte Entzündung, weil so viel in meinem Auge rum getatscht wurde. 
Also zurück zu Xàtiva. Den Straßenschildern folgend bin auf dem Rathausplatz auf das nachgebaute Betlehemdorf gestoßen. Zuckersüß! Mit liebevoller Handarbeit und Tieren wie Hasen, Enten, Hühner, Schweine und einem Kamel! 




Die Schilder haben mich weiter vorbei an einer wunderschönen Kirche bis hin zu einer verlassenen fast dörflichen Kreuzung.



Der Man, der dort etwas verlassen stand hat mir gesgat ich wäre auf dem richtigen Weg. "Einfach dem Weg den Berg hinauf zu der kleinen Kirche folgen." Klingt eigentlich einfach, wären da nicht die zwei Hunde gewesen. Kaum bin ich ein paar Stufen des Weges hoch gestiegen sind die beiden Hunde Zähne fletschend und bellend auf mich zu begrannt, sind an mir hoch gesprungen und einer hat mich sogar in  den Arm gebissen. Zum Glück war da noch meine Jacke im Weg, also ist die Stelle am Arm nur blau und geschwollen. was mich eigentlich gerettet hat ist, dass ich deutsch spreche. Die Befehle "aus" und "Sitz" haben die Hunde dann doch so sehr eingeschüchtert, dass sie mich in Ruhe gelassen haben. Insgesamt 3 mal haben mich diese bescheuerten Hunde angefallen (eigentlich immer, nachdem sie sich kurz weg gedreht haben). Völlig außer Atem und verschreckt habe ich dann nach einer Stunde Wanderung (also auf dem längst möglichen Weg) die Burg erreicht. 
Die Stadt Xàtiva wurde bekannt, da um 1150 die Mauren dort das erste Papier auf europäischen Boden hergestellt haben. Die Burg "El Castillo" liegt in der 115m hohen Gebirgskette. Von dort kann man die wunderschöne Aussicht aus der Vogelperspektive auf die Landschaft der Region Valencia genießen. Bereits die Römer haben Teile der Burg errichtet. Bis heute kann man römische Spuren, die Spuren der Mauren, der Habsburger und vieler anderer in den Ruinen betrachten. Das ganze ist auf geteilt in eine Große Burg "Castillo Mayor" und eine kleine Burg "Castillo Menor". Verbunden werden sie durch den Wappenhof. Hier ein paar Eindrücke: 





Zurück in Valencia habe ich mich noch mit meinen Arbeitskollegen getroffen. Wir waren Bier trinken, weil sie wollten, dass ich mich auch heimisch fühle. Süß oder? :P Überhaupt bin ich sehr traurig, dass heute (16.12) mein letzter Arbeitstag war., denn vor allem meine Kollegen waren der Hammer. Welche Rezeptionistin lässt sonst freiwillig ein Make-up Tutorial vom Hausmeister über sich ergehen? 

In dem Sinne: Hasta pronto chicos!

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Auszeit in Madrid

Am zweiten Adventswochenende hatte ich mal wieder zwei aufeinanderfolgende freie Tage und habe auch gleich wieder meine sieben Sachen gepackt. Als mein letztes großes Ziel auf dieser Reise wollt ich unbedingt noch die Hauptstadt Madrid sehen, von der mir jeder vorgeschwärmt hat. Und wie das halt so ist, wenn man weite Strecken hinter sich legt muss man den Nachtbus nehmen. Nach meiner Spätschicht am Samstagabend habe ich meine kleine Tasche packt, mich nochmal für 3 Stunden aufs Ohr gelegt und geschlafen. Gegen 3 Uhr morgens ist der Bus dann in Richtung Madrid aus der Stadt heraus gerollt. Als ich in Madrid wach wurde habe ich als aller erstes Regen gesehen. Ganz große klasse! Zum Glück gibt es eine überbrückte Verbindung zur U-Bahn. ^^
Angekommen im Hostel war ich noch müder als um 3 Uhr in Valencia. Also erstmal alles wie in Barcelona. Schal als Decke umfunktionieren, Tasche als Kissen, auf eins der Sofas legen und eine Runde schlafen. Aufgeweckt wurde ich von einer Putzfrau, die versucht hat den Boden zu wischen. Ich bin dann auch los in Richtung Café für ein Frühstückchen. Gestärkt aber weiterhin vom Regen verfolgt bin ich zum Museo del Prado gestolpert. Es heißt, das ist DAS Museum schlecht hin in Spanien und in Madrid sowieso.  Gewappnet mit dem Bilderführer des Museums bin ich durch die 3 Etagen und Keller des Gebäudes gelaufen, erst durch menschenleere Gänge und dann vorbei an Warteschlangen an die berühmtesten Werke.




Glücklicherweise hat sich nach 3 Stunden in dem Museum auch endlich das Wetter beruhigt und ich konnte in Ruhe zu dem sonntags Flohmarkt El Rastro im Viertel Lavapiés. Das scheint der Treffpunkt schlecht hin für alle Madrider zu sein. Für mich beeindruckend und wunderschön.



Durch das Viertel Austria gelangt man letztendlich an die Kathedrale von Madrid Catedral de la Santa María la Real de la Almudena die von außen und inner mächtig, prunkvoll und unübertrefflich erscheint, BIS man die Krypta, versteckt durch einen Hintereingang, betritt. Dort wird alles übertroffen was man zuvor gesehen hat. Von insegesamt 365 Säulen verschiedener Größe wird die kleine Kathedrale gestützt, deren Mittelpunkt der Altar mit dem Bild der "Virgen de la Almudena" bildet.




Direkt gegenüber der massiven Kirche befindet sich das Schloss des Spanischen Königshauses Palacio Real. Als kleiner royal Bewunderer konnte ich mir einen Besuch nicht verkneifen. Viel zu mächtig, viel zu viel Gold, viel zu viel Mamor, viel zu viel Teppich an den Wänden und und und. Insgesamt atemberaubend und einschüchternd zugleich. Es ist definitiv kein Ort zum Wohnen, bzw. fällt es mir schwer ein Wohlgefühl in irgendeiner Ecke der mir bekannten Flure und Zimmer zu finden. (Verbotenerweise hier ein paar Bilder.)




Vorbei am Plaza de Oriente ging es zum Debod Temple (ein Geschenk der Ägypter an Spanien). Es ist so ziemlich der Shooting-platz schlecht hin in Madrid. Also habe ich auch ein paar Fotos gemacht. :P



Dann ein Geheimtipp von einem Arbeitskollegen, der für 2 Monate in Madrid gewohnt hat. Die Gran Via. Nein, einfach nur nein. Eine von Menschen und überforderten Polizisten zu gestopfte Straße. Die Hauptader der Stadt, was den Stau zu jeder Tageszeit erklärt.
Auf der Suche nach etwas zu Essen bin ich über den Plaza Mayor gestolpert, auf dem sich ein WEIHNACHTSMARKT befindet! Ich war einfach nur überglücklich! Das ist das erste Jahr ohne Adventskranz, ohne Adventskalender, ohne Weihnachtsmarkt und ohne Weihnachtsgefühl für mich. Es ist schrecklich. Madrid konnte da auch nicht unbedingt den aus Deutschland gewohnten Standard bieten. Klar wurden an jedem zweiten Stand Krippenfiguren verkauft, aber die anderen Stände haben einem nur Chinesische-Fake Produkte Verkauft. Zum Beispiel Kuhmasken. Auch die Straßenverkäufer mit ihren Selfisticks durften hier nicht fehlen. Die kleinen Stände mit Tannenschmuck und kleinen Bäumchen mussten sich an den Rand quetschen und haben von vielen Besuchern kaum Beachtung geschenkt bekommen.



Die Nacht habe ich super in dem Hostel geschlafen. Cat's Hostel kann ich nur empfehlen, besonders beeindruckend ist die Eingangshalle im Andalusischen Stil.



Durch Las Letras durch bin ich zum Parque de el Retiro dort kann man nicht nur das bekannte Monument am See sehen sondern auch versteckte Ausstellungen, wie zum Beispiel im Palacio de Cristal.




Dort hätte man im Sommer bestimmt einen ganzen Tag verbringen können.
Zwischenstopp habe ich dann im Bahnhof Atocha gemacht. Klingt erstmal nicht so spannend, aber dort drin befindet sich eine Art Indoor-Urwald.



Nach dieser "tropischen" Pause bin ich weiter in ein anderes großes Museum der Stadt gegangen. Museo Nacional, Centro de Arte, Reina Sofia. Von Moderner Kunst in der vierten Etage, einer Terrasse mit Blick über die ganze Stadt bis hin zu vielen alten Werken in den unteren Etagen. Jeder Geschmack wurde in mindestens einer Etage bedient.



Dann bin ich einfach weiter durch die verschiedenen Viertel der Stadt gelaufen und hier und da ein paar wunderschöne Ecken entdeckt. Meine Lieblingsviertel bleiben allerdings Las Letras und Lavapies.



Natürlich bin ich auch Sehenswürdigkeiten wie Puerta del Sol abgelaufen, aber die waren immer menschen überfüllt oder man wurde von Winnie-Pooh-Kostüm-Leuten belästigt.
In dem Stadtplan vom Hostel war als Geheimtipp angegeben: Sonnenuntergang - Park hinter der Kirche San Francisco el Grande.



Wunderschön! Vorbei an ein paar kleinen Kirchplätzen, wo Kinder Fußball gespielt hatten. Als letztes bevor ich leider wieder nach Hause muss bin ich abermals in Richtung Weihnachtsmarkt marschiert. Ein paar Typen aus meinem Hostelzimmer haben gesagt, auf kleineren Plätzen hinter dem Plaza Mayor liegen viel schönere, weihnachtlichere Stände. Und sie hatten Recht! Einen Handarbeits-Weihnachtsmarkt und einen Süßigkeiten-Weihnachtsmarkt habe ich gefunden. Letzterer war natürlich mein Highlight. (Nicht wundern, wenn ich zugenommen habe. )



Mit vollem Bauch und einem guten Gefühl bin ich wieder zurück nach Valencia. Dummerweise waren alle Fahrradstationen in der Nacht geschlossen (warum auch immer),auf einen Bus hätte ich 30 min warten müssen und für ein Taxi war ich zu geizig. Also bin ich ca. eine Stunde nach Hause gelaufen, habe 3 Stunden geschlafen und musste dann wegen Arbeit aufstehen. Ich habe zu keinem anderen Zeitpunkt Frühschicht so sehr gehasst wie an dem Tag. Nur mit zwei Kaffees habe ich die Augen auf halten können. Und wer mich kennt weiß ich vertrage eigentlich keinen Kaffee. :D

Madrid war alles in alles mega. Mir haben allerdings die kleinen versteckten Winkel und Gehimtipps besser gefallen als die großen Touristenattraktionen. Es ist und bleibt einfach Hauptstadt. Ich liebe eh Valencia.

Freitag, 9. Dezember 2016

Anthony Bourdain

Reisen ist nicht immer schön.
Es ist nicht immer bequem. Manchmal tut es weh, es bricht einem sogar das Herz. Aber das ist OK. Der Weg ändert einen, er sollte einen ändern. Er hinterlässt Spuren in deiner Erinnerung, in deinem Bewusstsein, in deinem Herzen  und an deinem Körper. Man nimmt etwas mit. Hoffentlich hinterlässt man auch etwas Gutes.

Die Zeit rennt.

In nur 10 Tagen fliege ich wieder nach Hause. Dabei weint ein Auge vor Schmerz, weil ich die Spanische Kultur/ Sprache, meine neuen Freunde, ja einfach mein neues lieb gewonnenes zuhause hinter mir lassen muss. Das andere Auge weint Freudentränen, weil ich es kaum erwarten kann meine Familie und vor allem meine kleine Schwester wieder in den Armen zu halten. Es tut mir in der Seele weh ihren Geburtstag am Sonntag verpassen zu müssen. (Schatz, ich hoffe das Päckchen schafft es rechtzeitig in deinen Besitz. :p )

Aber die Zeit die ich hier habe nutze ich so gut ich kann! In den letzten Wochen habe ich einige aufregende Sachen unternommen.

Als erstes die Mestalla ForeverTour! Mestalla ist das Heimstadion vom Valencia CF. Eröffnet wurde es am 20.05.1923 mit einem Freundschaftsspiel zwischen Valencia CF und UD Levante. Somit ist es das Stadion mit der längsten Historie der derzeitigen Erstligisten, weit vor dem Camp Nou in Barcelona und Santiago Bernabeu in Madrid. Nachdem sich der Verein immer mehr vergrößerte und das Team an Stärke gewann musste die Tribüne angepasst werden. Durch mehrere Aufsätze fasst das Stadion heute 55'000 Leute. "The Telegraph" beschreibt die Valencia Fans als "am anspruchvollsten" und die Arena als "am stimmungsvollsten". Leider habe ich es nie geschafft zu einem Spiel zu gehen, da die meistens am Wochenende statt finden und ich da arbeiten musste. :( Also habe ich mich für diese Tour unter der Woche entschieden. Und ich habe es nicht bereut! "The steepest stands of any major ground in Europe still take the breath away, even if you have seen them a thousand times" ('The Telegraph'). Die Tour startet über den VIP Eingang rauf auf die Präsidenten Tribüne. Von hier wird einem die Größe des Stadtions erst bewusst.


Weiter ging es durch die Halle mit allen Pokalen, die Valencia bis jetzt gewonnen hat. (Die sind allerdings alle schon etwas her ^^) Nach einem Abstecher in den Pressekonferenzraum,



haben wir im Umkleideraum der Spieler wieder gehalten.



Von hier ging es auch schon durch den Tunnel auf dem selben Weg wie für die Spieler aufs Spielfeld.
Bzw an den Spielfeldrand, da man den Rasen nicht betreten darf. Nach dem Probesitzen in den Spielersitzen war die Tour auch leider schon vorbei. Momentan liegt Valencia auf dem 17. Rang mit 12 Punkten, es bleibt also nur zu hoffen, dass die schlechten Spiele und der schlechteste Start aller Zeiten in eine Saison endlich überwunden sind.

Ein Tag frei von Arbeit? Auf in eine andere Stadt! Diesmal ging es nach Alicante, die zweit größte Stadt in der Region von Valencia. Ein Tag reicht zwar völlig aus um die Stadt kennen zulernen, aber sie sich diese Zeit zu nehmen war mir wichtig zu mal eine Freundin aus Schottland dort ihr Erasmusjahr verbringt. Nachdem ich gegen 12 Uhr dort ankam bin ich an dem wunderschönen Hafen und Strand spazieren gegangen.



Meine Freundin hatte mir viel über die Stierkampfarena und den Markt erzählt. Letzteres war auf alle Fälle sehr beeindruckend auf zwei Etagen angelegt und mit einem Lageplan ausgestattet konnte man zwischen Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Nüssen und vielen anderen sachen kaum die richtige Auswahl treffen.
Von dort aus ging es mit dem Touribus hoch zur Burg. Das Wahrzeichen schlechthin neben dem
 Hafen. Ohne es zu bemerken vergehen dort 2 Stunden. Das absolute Highlight war es den Sonnenuntergang dort beobachten zu können, mit einem Baguette und russischem Salat aus der Plastikdose.




vor dem Abstieg wollte ich mir eine heiße Schokolade gönnen. Geliefert wurde mir geschmolzene Schokolade in Form von Pudding. Sehr lecker aber naja nicht wirklich das gleiche wie zuhause. Ich wusste, dass man Schokolade so in Italien trinkt/ löffelt aber Spanien habe ich erst zu diesem Zeitpunkt herausgefunden. Als ich die Tourroute abgeschlossen hatte habe ich auf dem Stadtplan eine zweite Burg verzeichnet gesehen und wollte diese im Schein der Straßenlaternen suchen. Nach einer unendlich steieln Starße kam ich an einem Aussichtspunkt an mit einem Turm. Einem einzigen Turm. ... Der Blick hat sich wenigstens gelohnt.



Bis zu meiner Zückfahrt um 1:30am war noch etwas viel zeit also bin ich im Zick Zack zwischen den zwei großen Hauptstraßen auf und ab spaziert. Am Ende des Tages taten mir die Füße unendlich weh und ich konnte auf dem Bussitz gleich einschlafen.

Vor zwei Wochen hat mich jemand ganz besonderes hier in Valencia besucht. Papi! Wir hatten nicht so viel Glück mit dem Wetter. :/ Vor der Küste hatte sich ein Tornado gebildet und es hat die ganzen drei Tage durch geregnet und gewindet.

http://www.levante-emv.com/comunitat-valenciana/2016/11/27/manga-marina-frente-costa-sueca/1497578.html

Aber bei so einem Wetter gibt es nur zwei Möglichkeiten. Touribus und Museum und das haben wir gemacht. Mein absolutes Highlight, L'Oceanogràfic. Das Größte Aquarium ganz Europa! Auf einer Fläche von 110'000m² beherbergt dieses Ozeaneum ca. 45'000 Tiere (ca. 5000 verschiedene Arten). Ich bin noch nie durch einen Haitunnel gelaufen und habe auch noch nie einen Belugawahl gesehen. Es war einmalig. Danke Papa!






Gestern ging es dann mit den Mädels und Ully aus dem Apartment zu einem, naja Spiel. "Escape Rooms" nennt sich das Ganze. Man wird in einem Raum eingeschlossen und muss innerhalb von 60 min alle Rätsel in dem Raum und folgenden lösen um wieder in die Freiheit zu gelangen. Es hat mega Spaß gemacht. Mit nur 2 min bis zum Ende haben wir endlich den passenden Schlüssel (aus Zufall) für die letzte Tür gefunden! Ich würde es jedem empfehlen, auch wenn man zwischendurch an der Masse an Rätseln verzweifelt ist das Gefühl von Glück am Ende unbeschreiblich.

Außerdem war ich vom 04.12 - 05.12 in Madrid, aber dieses Abenteuer hat einen eigenen Eintrag verdient, der bald folgen wird!

Dienstag, 29. November 2016

"Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?"

Seit nun schon 6 Wochen arbeite ich in dem Apartmenthotel "ValenciaFlats" an der Rezeption. Klar war der Start nicht wirklich einfach. Zum einen sollte ich gar nicht dort arbeiten sondern im Hotel Kramer, welches zur gleichen Kette gehört. Denen ist aber in der Woche vor meinem Start aufgefallen, dass sie nicht mehr als 2 Praktikanten aufnehmen können und ich wäre Nummer 3 gewesen. ... Na toll! Aber im Endeffekt bin ich sehr froh darüber wie alles gekommen ist. Ich arbeite in der jüngsten Rezeption der ganzen Hotelkette und in der kleinsten :P. Alle samt sind mega sympathisch und wir haben gemeinsam viel Spaß bei der Arbeit.
In den ersten Wochen musste ich erstmal das ganze Computersystem und die Check-In Erklärungen kennen lernen. Wir vermieten Apartments in 5 Gebäuden, aber:

  • nicht jedes Gebäude wird mit dem gleichen Kartenlesegerät abgebucht!
  • nicht jedes Gebäude wird auf allen Buchungsplattformen angeboten!
  • nur bei zwei Gebäuden werden die Reservierungen automatisch in das hauseigene System übertragen.
... und noch vieles mehr, was man erst mit der Zeit erfährt.

Meine Arbeitskollegen:
Elda - Die Chefin! Sie hat die Oberhand bei uns. Mit viel Humor, einer gewissen Durchsetzungskraft und einem mäßigen Gesangstalent koordiniert sie alles. Wenn man mir ihr arbeitet läuft den ganzen Tag eine Playlist mit insgesamt nur 3 Hits (alle von Lady Gagas neuem Album), die sie dann mit singt. Großen Respekt, dass sie die Nerven behält und trotz kleiner Probleme cool bleibt!
Daniel - Der Lehrer! Er ist der älteste bei uns und mit 6 Jahren Arbeitserfahrung in dieser Rezeption ein alter Hase. Das lässt er auch gerne mal raushängen! Er korrigiert einen häufiger und möchte viele Aufgaben selber übernehmen, weil er denkt, dass diese dann am Besten gelöst werden. Naja aber er erklärt mir gerne die spanische Kultur und Politik, also beschwere ich mich nicht!
Giorgio - Der Entspannte! Er hat in diesem Jahr auch ein Praktikum hier gemacht. Ursprünglich kommt er aus Italien. Ihm wurde aber ein Arbeitsvertrag angeboten, weshalb er auch im Sommer nach Spanien ausgewandert ist. Dadurch, dass er in der selben Situation war wie ich heute labern wir eigentlich ununterbrochen! UND es gibt immer eine Snackpause wenn wir zusammen arbeiten.  :)
Pablo - Das Kücken! Der Jüngste (also neben mir) ist immer völlig aufgekratzt und für sämtlichen Blödsinn zu haben. Auch er war mal Praktikant und ich glaube das erklärt so einiges! Ein absoluter Schatz, der immer versucht mich aufzumuntern wenn es man mir die schlechte Laune ansieht! Kaffee- und Kekspause inkulsive!

Wenn man in so einem Hotel arbeitet, laufen einem nicht nur nette geduldige Menschen über den Weg. LEIDER! Es gab so einige Situationen wo ich persönlich kurz davor war die Nerven zu verlieren bzw. keine Menschen mehr sehen konnte.

  1. Wir vermieten Apartments mit Selbstversorgung. An einem Morgen ruft eine Kundin wütend in der Rezeption an und beschwert sich, dass das Frühstück heute morgen nicht gebracht wurde.  "Für den Preis, den ich zahle erwarte ich ... " Naja auf allen Plattformen wird angegeben, dass das hier Selbstversorgung ist, lesen will gelernt sein!
  2.  Eine Gruppe von 4 Belgiern Mitte 20 fielen Stockbesoffen aus dem Taxi, welches sie zur Rezeption gefahren hat. Bei ihrem Betreten der Rezeption machte sich gleich eine unangenehme Alkoholfahne im Raum breit. Während zwei versucht haben sich beim Check-In zusammen zu reißen, lehnten die zwei anderen im Türrahmen an den Taxifahrer. Den haben sie  bequatschte, er solle ihnen doch bitte zeigen, wo man hier "geile Weiber" finden kann. Alle etwas neben der Spur. Auch nach dreimaligem Nachfragen, war den Jungs nicht verständlich zu machen, dass sie den 1. Zahlencode brauchen um die Haustüre zu öffnen und den 2. um den Schlüssel aus der Box neben ihrer Apartmenttür zu holen. Wie sie es an dem Abend zu ihrer Wohnung geschafft haben bleibt mir ein Rätsel.
  3. Ein älterer Deutscher Herr meinte er könnte über die Preise bestimmen und wollte so viel Rabatt haben bis sein Wunschpreis erreicht war. Als ich ihm gesagt habe, dass das so nicht funktioniert meinte er nur: "Ja gut, dann zahle ich das halt jetzt. Aber nur das sie Bescheid wissen. Wir fliegen erst Samstag nach hause und die letzten beiden Nächte verbringen wir in einem anderen Apartment ganz in der Nähe von ihrem. Die haben wesentlich bessere Preise und wenn das Zimmer unseren Vorstellungen entspricht werden wir in Zukunft nur noch bei denen buchen! Tschüss und wahrscheinlich bis nie wieder."
Mal sehen, was mich in den kommenden drei Wochen sonst noch so erwartet. 

Samstag, 12. November 2016

37 Stunden Barcelona

Es war Zeit aus dem mittlerweile heimischen Valencia auszubrechen. Die letzten zwei Monate hatte ich genutzt um die autonome Region von Valencia kennen und lieben zulernen. Jetzt sind aber auch die großen Spanischen Metropolen nicht mehr vor mir sicher!

Meine Chefin hatte mir liebenswürdiger Weise zwei zusammenhängende Tage frei gegeben, damit ich reisen und Barcelona entdecken konnte. Also ging es am 06/11 gegen Mitternacht auf zum Busbahnhof in Valencia, wo ich in den Bus nach Barcelona gestiegen bin. Die fünfeinhalb Stunden Fahrt waren allerdings sehr anstregend. Zum einen wegen der Sportgruppe, die bei unserer Pause nicht auf die Uhr gesehen haben, weshalb wir 30 min länger als geplant pausierten. Und natürlich auch Danke an den Herren, der so laut geschnarcht hat, dass ich immer wieder aufgewacht bin. Trotz allem sind wir in den frühen Morgenstunden angekommen und ich habe im Aufenthaltsraum des Hostels für eine weitere Stunde geschlafen, bevor es los ins Treiben der Stadt ging.
An dieser Stelle ein riesen Dank an Lukas, der mir zum Geburtstag einen Reiseführer für Spanien geschenkt hat! Der hat mir hier sehr geholfen.
Einer der Geheimtipps in diesem Buch war das Picasso Museum. Noch etwas schlaftrunken bin ich durch kleine Gassen hin zum Museum gestolpert. Unglaublich, auch wenn ich nur 5 min nach Öffnung am Museum ankam musste ich trotzdem eine Viertel Stunde anstehen. (Das ist für Barcelona wenig!) In dem Museum waren nicht die größten Meisterwerke von Picasso ausgestellt. Vielmehr wurde sein Werdegang in Bildern gezeigt. Vom Naturalismus bis hin zum Kubismus. Alles gespickt mit privaten Skizzen, die den Aufbau eines Kubistischen Bildes beschreiben. Sehr beeindruckend und interessant!



Dann habe ich mir ein Fahrrad für einen Tag ausgeliehen und bin "Las Ramblas" herunter an den Hafen "Port Vell" gefahren. Dort lässt es sich in den kalten Herbst-Sonnenstrahlen doch sehr gut aushalten!



Später ging es hoch zum Park Güell ... mit dem Fahrrad. Ich habe eindeutig unterschätzt wie hügelig/ bergig Barcelona ist! Im Endeffekt musste ich das Rad die letzten 100m schieben, denn mit zwei Gängen, meiner Kondition und gefühlten 80% Steigung kommt man sonst nicht weit. Besonders liebevoll waren die anderen Fußgänger, die mich für diese Aktion ausgelacht haben! Der Park war es aber absolut Wert! Mit elegantem Glanz haben sich die Mosaik Figuren/ Türme von Gaudí in die tiefstehende Sonne über der Skyline von Barcelona geschraubt! Einer der schönsten Momente war das Doppelkekse Picknick mit einer dicken Taube auf einer Parkbank.


Mit einer unglaublichen Zufriedenheit konnte ich mich danach auf mein Fahrrad setzten und neben den Fußgängern schnell den Berg herunter rollen. Im Eiltempo ging es vorbei am St. Paul Hospital bis zur La Sagrada Família! Im Sonnenuntergang habe ich mir das große Meisterwerk bzw. die ewige Baustelle angesehen! (Leider nur von außen, für den Innenraum war keine Zeit mehr.)



Am Abend habe ich mich noch mit Francis am Arc de Triomf auf einen warmen Tee getroffen. Der Arme hat so sehr gefroren. Kenianer halt. Und wie das immer so ist, wenn ich mit Francis unterwegs bin, haben wir Zeit und Weg aus dem Auge verloren, und mussten am Ende durch die ganze Stadt zum Busbahnhof rennen, damit er seinen Bus zurück nach Valencia noch bekommt. Im Hostel angekommen war ich doch sehr überrascht von dem unsozialen Verhalten meiner Zimmerkolleginnen. Alle hinter halb geschlossenem Vorhängen in ihrem Bett am Handy. Beim betreten des Raumes hat man mir noch nicht einmal Hallo gesagt.
Schwamm drüber! Am nächsten Morgen bin ich früh auf zum Markt "La Boqueria". 


Durch den wundervollen Parc de la Ciutadella




hin zum Strand "La Barceloneta". Dort wurde ich von einer frechen Welle überrascht, wegen der meine Schuhe klitsch nass wurden. Der Ausblick war es aber alle mal Wert!



Nachdem ich mein geliebtes Fahrrad abgeben musste bin ich zu Fuß auf zum Berg "Montjuic" . Auch wenn die Frau aus der Touristeninfo mich als verrückt erklärt hat zur Seilbahnstation zu Fuß zu laufen, habe ich mich auf den Weg gemacht. Am Berg angekommen mit der Station in Luftlinie direkt über mir war dummer weise keine Straße in Sicht. Lediglich ein paar kleinen Treppen führten gerade bergauf bis zu ein paar Garagen. Dann stand ich mitten am Berg. Alleine. Ohne Weg. Das ganze war Privatgelände, wie sich herausgestellt hatte, als ich meinen Weg durch ein Holztor zurück zur Straße und Seilbahnstation gefunden hatte. Völlig außer Atem, dreckig dank dem Gebüsch und mit zerzausten Haaren musste ich mich mit den top gestylten Leuten aus dem Zug in einer Schlange anstellen. Keiner hat mich auch nur eines Blickes gewürdigt (bzw. mit einem sehr unangenehmen Seitenblick) Auch in der 8er Gondel war ich alleine, weil sich das Paar hinter mir nicht mit dazu setzten wollte. ...



Nicht mein Problem ich hatte eine wunderbare Zeit mit Vogelperspektive auf eine gigantische Stadt.
Castell de Montjuic



Vorbei am griechischen Theater (versteckt in einem Park der am Berg liegt)



und am Museu Nacional d'Art de Catalunya



ging es zum Anella Olímpica. Für mich ein absolutes Highlight, nicht nur weil es der einzige nicht von Menschen überlaufene Ort war, sonders auch die Architektur hat mich schwer beeindruckt! Das ruft doch gleich wieder nach einem Doppelkekse Picknick!!!



Auf dem Weg bergab bin ich vorbei am Plaza d'Espanya zurück zu meinem Hostel. Für die letzte Stunde bin ich noch schnell durch das Barri Gòtic (gotisches Viertel) spaziert. Was definitiv noch einen Besuch wert ist! Hinter jeder Ecke der engen Gassen steckt eine neue kleine Besonderheit.


Und das war es. Dann musste ich schnell zur Busstation eilen um meinen Bus noch zu erwischen. Meine Füße haben mir nach dem Trip höllisch weh getan! Das schlimmste an allem ist, dass ich am nächsten Tag zurück auf Arbeit musste! Mama ich kann dich jetzt absolut verstehen, wenn du nach dem Urlaub meckerst, weil du nicht zurück auf Arbeit willst!


Als Fazit kann ich nur noch sagen: BARCELONA IST DIE REISE ECHT WERT GEWESEN! Aber insgesamt ist das für mich zu überfüllt gewesen und zu sehr auf Touristen ausgerichtet. Zum wohnen bevorzuge ich dann doch Valencia. Home sweet home!