Es war Zeit aus dem mittlerweile heimischen Valencia auszubrechen. Die letzten zwei Monate hatte ich genutzt um die autonome Region von Valencia kennen und lieben zulernen. Jetzt sind aber auch die großen Spanischen Metropolen nicht mehr vor mir sicher!
Meine Chefin hatte mir liebenswürdiger Weise zwei zusammenhängende Tage frei gegeben, damit ich reisen und Barcelona entdecken konnte. Also ging es am 06/11 gegen Mitternacht auf zum Busbahnhof in Valencia, wo ich in den Bus nach Barcelona gestiegen bin. Die fünfeinhalb Stunden Fahrt waren allerdings sehr anstregend. Zum einen wegen der Sportgruppe, die bei unserer Pause nicht auf die Uhr gesehen haben, weshalb wir 30 min länger als geplant pausierten. Und natürlich auch Danke an den Herren, der so laut geschnarcht hat, dass ich immer wieder aufgewacht bin. Trotz allem sind wir in den frühen Morgenstunden angekommen und ich habe im Aufenthaltsraum des Hostels für eine weitere Stunde geschlafen, bevor es los ins Treiben der Stadt ging.
An dieser Stelle ein riesen Dank an Lukas, der mir zum Geburtstag einen Reiseführer für Spanien geschenkt hat! Der hat mir hier sehr geholfen.
Einer der Geheimtipps in diesem Buch war das Picasso Museum. Noch etwas schlaftrunken bin ich durch kleine Gassen hin zum Museum gestolpert. Unglaublich, auch wenn ich nur 5 min nach Öffnung am Museum ankam musste ich trotzdem eine Viertel Stunde anstehen. (Das ist für Barcelona wenig!) In dem Museum waren nicht die größten Meisterwerke von Picasso ausgestellt. Vielmehr wurde sein Werdegang in Bildern gezeigt. Vom Naturalismus bis hin zum Kubismus. Alles gespickt mit privaten Skizzen, die den Aufbau eines Kubistischen Bildes beschreiben. Sehr beeindruckend und interessant!
Dann habe ich mir ein Fahrrad für einen Tag ausgeliehen und bin "Las Ramblas" herunter an den Hafen "Port Vell" gefahren. Dort lässt es sich in den kalten Herbst-Sonnenstrahlen doch sehr gut aushalten!
Später ging es hoch zum Park Güell ... mit dem Fahrrad. Ich habe eindeutig unterschätzt wie hügelig/ bergig Barcelona ist! Im Endeffekt musste ich das Rad die letzten 100m schieben, denn mit zwei Gängen, meiner Kondition und gefühlten 80% Steigung kommt man sonst nicht weit. Besonders liebevoll waren die anderen Fußgänger, die mich für diese Aktion ausgelacht haben! Der Park war es aber absolut Wert! Mit elegantem Glanz haben sich die Mosaik Figuren/ Türme von Gaudí in die tiefstehende Sonne über der Skyline von Barcelona geschraubt! Einer der schönsten Momente war das Doppelkekse Picknick mit einer dicken Taube auf einer Parkbank.
Mit einer unglaublichen Zufriedenheit konnte ich mich danach auf mein Fahrrad setzten und neben den Fußgängern schnell den Berg herunter rollen. Im Eiltempo ging es vorbei am St. Paul Hospital bis zur La Sagrada Família! Im Sonnenuntergang habe ich mir das große Meisterwerk bzw. die ewige Baustelle angesehen! (Leider nur von außen, für den Innenraum war keine Zeit mehr.)
Am Abend habe ich mich noch mit Francis am Arc de Triomf auf einen warmen Tee getroffen. Der Arme hat so sehr gefroren. Kenianer halt. Und wie das immer so ist, wenn ich mit Francis unterwegs bin, haben wir Zeit und Weg aus dem Auge verloren, und mussten am Ende durch die ganze Stadt zum Busbahnhof rennen, damit er seinen Bus zurück nach Valencia noch bekommt. Im Hostel angekommen war ich doch sehr überrascht von dem unsozialen Verhalten meiner Zimmerkolleginnen. Alle hinter halb geschlossenem Vorhängen in ihrem Bett am Handy. Beim betreten des Raumes hat man mir noch nicht einmal Hallo gesagt.
Schwamm drüber! Am nächsten Morgen bin ich früh auf zum Markt "La Boqueria".
Durch den wundervollen Parc de la Ciutadella
hin zum Strand "La Barceloneta". Dort wurde ich von einer frechen Welle überrascht, wegen der meine Schuhe klitsch nass wurden. Der Ausblick war es aber alle mal Wert!
Nachdem ich mein geliebtes Fahrrad abgeben musste bin ich zu Fuß auf zum Berg "Montjuic" . Auch wenn die Frau aus der Touristeninfo mich als verrückt erklärt hat zur Seilbahnstation zu Fuß zu laufen, habe ich mich auf den Weg gemacht. Am Berg angekommen mit der Station in Luftlinie direkt über mir war dummer weise keine Straße in Sicht. Lediglich ein paar kleinen Treppen führten gerade bergauf bis zu ein paar Garagen. Dann stand ich mitten am Berg. Alleine. Ohne Weg. Das ganze war Privatgelände, wie sich herausgestellt hatte, als ich meinen Weg durch ein Holztor zurück zur Straße und Seilbahnstation gefunden hatte. Völlig außer Atem, dreckig dank dem Gebüsch und mit zerzausten Haaren musste ich mich mit den top gestylten Leuten aus dem Zug in einer Schlange anstellen. Keiner hat mich auch nur eines Blickes gewürdigt (bzw. mit einem sehr unangenehmen Seitenblick) Auch in der 8er Gondel war ich alleine, weil sich das Paar hinter mir nicht mit dazu setzten wollte. ...
Nicht mein Problem ich hatte eine wunderbare Zeit mit Vogelperspektive auf eine gigantische Stadt.
Castell de Montjuic
Vorbei am griechischen Theater (versteckt in einem Park der am Berg liegt)
und am Museu Nacional d'Art de Catalunya
ging es zum Anella Olímpica. Für mich ein absolutes Highlight, nicht nur weil es der einzige nicht von Menschen überlaufene Ort war, sonders auch die Architektur hat mich schwer beeindruckt! Das ruft doch gleich wieder nach einem Doppelkekse Picknick!!!
Auf dem Weg bergab bin ich vorbei am Plaza d'Espanya zurück zu meinem Hostel. Für die letzte Stunde bin ich noch schnell durch das Barri Gòtic (gotisches Viertel) spaziert. Was definitiv noch einen Besuch wert ist! Hinter jeder Ecke der engen Gassen steckt eine neue kleine Besonderheit.
Und das war es. Dann musste ich schnell zur Busstation eilen um meinen Bus noch zu erwischen. Meine Füße haben mir nach dem Trip höllisch weh getan! Das schlimmste an allem ist, dass ich am nächsten Tag zurück auf Arbeit musste! Mama ich kann dich jetzt absolut verstehen, wenn du nach dem Urlaub meckerst, weil du nicht zurück auf Arbeit willst!
Als Fazit kann ich nur noch sagen: BARCELONA IST DIE REISE ECHT WERT GEWESEN! Aber insgesamt ist das für mich zu überfüllt gewesen und zu sehr auf Touristen ausgerichtet. Zum wohnen bevorzuge ich dann doch Valencia. Home sweet home!












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