Am zweiten Adventswochenende hatte ich mal wieder zwei aufeinanderfolgende freie Tage und habe auch gleich wieder meine sieben Sachen gepackt. Als mein letztes großes Ziel auf dieser Reise wollt ich unbedingt noch die Hauptstadt Madrid sehen, von der mir jeder vorgeschwärmt hat. Und wie das halt so ist, wenn man weite Strecken hinter sich legt muss man den Nachtbus nehmen. Nach meiner Spätschicht am Samstagabend habe ich meine kleine Tasche packt, mich nochmal für 3 Stunden aufs Ohr gelegt und geschlafen. Gegen 3 Uhr morgens ist der Bus dann in Richtung Madrid aus der Stadt heraus gerollt. Als ich in Madrid wach wurde habe ich als aller erstes Regen gesehen. Ganz große klasse! Zum Glück gibt es eine überbrückte Verbindung zur U-Bahn. ^^
Angekommen im Hostel war ich noch müder als um 3 Uhr in Valencia. Also erstmal alles wie in Barcelona. Schal als Decke umfunktionieren, Tasche als Kissen, auf eins der Sofas legen und eine Runde schlafen. Aufgeweckt wurde ich von einer Putzfrau, die versucht hat den Boden zu wischen. Ich bin dann auch los in Richtung Café für ein Frühstückchen. Gestärkt aber weiterhin vom Regen verfolgt bin ich zum
Museo del Prado gestolpert. Es heißt, das ist DAS Museum schlecht hin in Spanien und in Madrid sowieso. Gewappnet mit dem Bilderführer des Museums bin ich durch die 3 Etagen und Keller des Gebäudes gelaufen, erst durch menschenleere Gänge und dann vorbei an Warteschlangen an die berühmtesten Werke.
Glücklicherweise hat sich nach 3 Stunden in dem Museum auch endlich das Wetter beruhigt und ich konnte in Ruhe zu dem sonntags Flohmarkt
El Rastro im Viertel
Lavapiés. Das scheint der Treffpunkt schlecht hin für alle Madrider zu sein. Für mich beeindruckend und wunderschön.
Durch das Viertel
Austria gelangt man letztendlich an die Kathedrale von Madrid
Catedral de la Santa María la Real de la Almudena die von außen und inner mächtig, prunkvoll und unübertrefflich erscheint, BIS man die Krypta, versteckt durch einen Hintereingang, betritt. Dort wird alles übertroffen was man zuvor gesehen hat. Von insegesamt 365 Säulen verschiedener Größe wird die kleine Kathedrale gestützt, deren Mittelpunkt der Altar mit dem Bild der "Virgen de la Almudena" bildet.
Direkt gegenüber der massiven Kirche befindet sich das Schloss des Spanischen Königshauses
Palacio Real. Als kleiner royal Bewunderer konnte ich mir einen Besuch nicht verkneifen. Viel zu mächtig, viel zu viel Gold, viel zu viel Mamor, viel zu viel Teppich an den Wänden und und und. Insgesamt atemberaubend und einschüchternd zugleich. Es ist definitiv kein Ort zum Wohnen, bzw. fällt es mir schwer ein Wohlgefühl in irgendeiner Ecke der mir bekannten Flure und Zimmer zu finden. (Verbotenerweise hier ein paar Bilder.)
Vorbei am
Plaza de Oriente ging es zum
Debod Temple (ein Geschenk der Ägypter an Spanien). Es ist so ziemlich der Shooting-platz schlecht hin in Madrid. Also habe ich auch ein paar Fotos gemacht. :P
Dann ein Geheimtipp von einem Arbeitskollegen, der für 2 Monate in Madrid gewohnt hat. Die
Gran Via. Nein, einfach nur nein. Eine von Menschen und überforderten Polizisten zu gestopfte Straße. Die Hauptader der Stadt, was den Stau zu jeder Tageszeit erklärt.
Auf der Suche nach etwas zu Essen bin ich über den
Plaza Mayor gestolpert, auf dem sich ein WEIHNACHTSMARKT befindet! Ich war einfach nur überglücklich! Das ist das erste Jahr ohne Adventskranz, ohne Adventskalender, ohne Weihnachtsmarkt und ohne Weihnachtsgefühl für mich. Es ist schrecklich. Madrid konnte da auch nicht unbedingt den aus Deutschland gewohnten Standard bieten. Klar wurden an jedem zweiten Stand Krippenfiguren verkauft, aber die anderen Stände haben einem nur Chinesische-Fake Produkte Verkauft. Zum Beispiel Kuhmasken. Auch die Straßenverkäufer mit ihren Selfisticks durften hier nicht fehlen. Die kleinen Stände mit Tannenschmuck und kleinen Bäumchen mussten sich an den Rand quetschen und haben von vielen Besuchern kaum Beachtung geschenkt bekommen.
Die Nacht habe ich super in dem Hostel geschlafen.
Cat's Hostel kann ich nur empfehlen, besonders beeindruckend ist die Eingangshalle im Andalusischen Stil.
Durch Las Letras durch bin ich zum
Parque de el Retiro dort kann man nicht nur das bekannte Monument am See sehen sondern auch versteckte Ausstellungen, wie zum Beispiel im
Palacio de Cristal.
Dort hätte man im Sommer bestimmt einen ganzen Tag verbringen können.
Zwischenstopp habe ich dann im Bahnhof
Atocha gemacht. Klingt erstmal nicht so spannend, aber dort drin befindet sich eine Art Indoor-Urwald.
Nach dieser "tropischen" Pause bin ich weiter in ein anderes großes Museum der Stadt gegangen.
Museo Nacional, Centro de Arte, Reina Sofia. Von Moderner Kunst in der vierten Etage, einer Terrasse mit Blick über die ganze Stadt bis hin zu vielen alten Werken in den unteren Etagen. Jeder Geschmack wurde in mindestens einer Etage bedient.
Dann bin ich einfach weiter durch die verschiedenen Viertel der Stadt gelaufen und hier und da ein paar wunderschöne Ecken entdeckt. Meine Lieblingsviertel bleiben allerdings
Las Letras und Lavapies.
Natürlich bin ich auch Sehenswürdigkeiten wie
Puerta del Sol abgelaufen, aber die waren immer menschen überfüllt oder man wurde von Winnie-Pooh-Kostüm-Leuten belästigt.
In dem Stadtplan vom Hostel war als Geheimtipp angegeben: Sonnenuntergang - Park hinter der Kirche
San Francisco el Grande.
Wunderschön! Vorbei an ein paar kleinen Kirchplätzen, wo Kinder Fußball gespielt hatten. Als letztes bevor ich leider wieder nach Hause muss bin ich abermals in Richtung Weihnachtsmarkt marschiert. Ein paar Typen aus meinem Hostelzimmer haben gesagt, auf kleineren Plätzen hinter dem Plaza Mayor liegen viel schönere, weihnachtlichere Stände. Und sie hatten Recht! Einen Handarbeits-Weihnachtsmarkt und einen Süßigkeiten-Weihnachtsmarkt habe ich gefunden. Letzterer war natürlich mein Highlight. (Nicht wundern, wenn ich zugenommen habe. )

Mit vollem Bauch und einem guten Gefühl bin ich wieder zurück nach Valencia. Dummerweise waren alle Fahrradstationen in der Nacht geschlossen (warum auch immer),auf einen Bus hätte ich 30 min warten müssen und für ein Taxi war ich zu geizig. Also bin ich ca. eine Stunde nach Hause gelaufen, habe 3 Stunden geschlafen und musste dann wegen Arbeit aufstehen. Ich habe zu keinem anderen Zeitpunkt Frühschicht so sehr gehasst wie an dem Tag. Nur mit zwei Kaffees habe ich die Augen auf halten können. Und wer mich kennt weiß ich vertrage eigentlich keinen Kaffee. :D
Madrid war alles in alles mega. Mir haben allerdings die kleinen versteckten Winkel und Gehimtipps besser gefallen als die großen Touristenattraktionen. Es ist und bleibt einfach Hauptstadt. Ich liebe eh Valencia.