Jetzt steht das Abenteuer Norwegen an. Bevor ich mich aber in die entlegene Region Finnmark aufmache musste ich einfach noch in einer größeren Stadt vorbeischauen. Da bietet sich Trondheim an, denn Runar (einer meiner Gastbrüder aus Schottland) studiert dort.
Auf nach Trondheim!
Flüge sind meiner Meinung nach immer anstrengend und nervenaufreibend. Wenn man dann aber auch noch beim Umsteigen am Flughafen Oslo den Stress hat von Gate A zu E in weniger als einer Stunde zu gelangen, macht alles keinen Spaß mehr. Ich muss nicht erwähnen, dass ich sehr kurze Beinchen habe und das in der Situation nicht unbedingt vorteilhaft ist.
Die beste Situation überhaupt, war am Gepäckband in Trondheim. Zwei weitere Frauen und ich haben unsere Koffer nicht gefunden. Gepäckband 1, also das Erste wenn man aus dem Flieger rauskommt. Klingt logisch, war aber nicht so! ^^ Nach 10 min hin und her irren fällt der Einen auf, dass wir an Band 3 stehen und Band 1 in einer kleinen Ecke versteckt liegt ... mit unseren Koffern. Halleluja!
Erster Tag in Trondheim. Erstmal hoch auf die Festung "Kristiansten". Von dort aus hat man eine unbeschreibliche Aussicht über die Stadt, den Fjord und die hinterm Fjord in die Höhe ragenden Berge.
Über die alte Stadtbrücke "Gamle Byrbo", vorbei an alten bunt angestrichenen Fischerhütten, welche früher das Stadtbild von Trondheim prägten.
Endlich am Dom! Der "Nidaros Dom" ist nicht nur DAS Wahrzeichen Trondheims, wunderschön verziert und aufwendig renoviert sondern auch ein guter Platz um sich ein bisschen aufzuwärmen! Die Besichtigung war nur etwas seltsam, denn im Altarraum wurde eine Beerdigung für später vorbereitet. Ich fand es zumindest komisch auf einmal während der Besichtigung neben einem Sarg zu stehen. :/
Interessant war auch die Ausstellung der Kronjuwelen gleich neben dem Dom. Hier eine Frage: Müssen die Edelsteine auf einer Königskrone symmetrisch angebracht sein? Wenn ja, ist in Norwegen einiges falsch! Oder ich bin was Symmetrie angeht einfach ein bisschen zu perfektionistisch. :)
> auf einer Seite sind ein türkiser Stein und 2 Rubine und auf der anderen Seite einfach mal 3 Rubine.
Nach einem kleinen Spaziergang am Hafen und Strand (ja Strand) entlang, habe ich in einem kleinen Café auf Runar gewartet. Wir haben uns fast drei Jahre lang nicht gesehen! Er hat sich echt nicht verändert. Genauso überdreht und liebenswert, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Und das Beste: mein anderer Gastbruder Mikal will ab September auch nach Trondheim für sein Studium ziehen! Wenn ich dann in Edinburgh (also in der Nähe unserer Gastmutter Anna) wohne, steht einem Familientreffen nichts mehr im Weg. Das DreamTeam nur noch auf zwei Standorte verteilt, dass wird einiges vereinfachen! :))
Nach einer naja sehr unruhigen Nacht bin ich mit Runar zur Uni. Das Hauptgebäude der "NTNU" gleicht einem Schloss, echt unfassbar! Nach einem Ausflug in den "Ilaparken" ging es nochmals zum Segelhafen. Wie die kleinen Bootchen sachte schaukeln und im Hintergrund die massiven Berge strahlen hat mich schwer beeindruckt!
Bevor es am nächsten Morgen schon wieder früh weiter nach Alta hoch in den Norden geht musste ich kleiner Tourist noch ein paar Sachen abklappern. Marktplatz mit Olav-Säule (bei Namen: wenn nicht Olav dann Hakon. Immer!), Sommerresidenz der Könige und die Stadtbibliothek. Ein Geheimtipp war die Hauptfiliale der Sparebank 1SMN. In deren keller liegt nämlich eine Kirchenruine aus dem Mittelalter und die Ausstellung "Salamandernacht". Letzteres ist absolut gruselig. Man läuft in einen Raum, der stockduster ist. Schlagartig werden die Scheinwerfer angemacht und man steht verloren in der Mitte. An den Wänden reihen sich künstliche, überdimensional große Skelette, die auf einen herabstarren. Naja, nicht so meins!
Alles in allem bin ich bis jetzt schwer begeistert von Trondheim/ Norwegen. Die kleinen bunt angestrichenen Häuser haben es mit angetan. Auch die Norweger selbst sind unglaublich freundlich. Skandinavier werden oft als kühl und zurückhaltend dargestellt. Zurückhaltend ja, aber nur bis man sie anspricht. Alle waren froh und glücklich, wenn sie mir helfen konnten. Im Gegensatz zu Spaniern wissen Norweger außerdem, wann man genug von ihnen hat und sie wieder verschwinden können. Sehr sympatisch!







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