Die letzten zwei Wochenenden waren sehr aufregend für mich. Ich bin gemeinsam mit anderen Sprachschülern an zwei wunderschöne Orte in Spanien gereist. Dort haben wir auch die spanische Kultur richtig kennengelernt.
Segorbe,
eine Kleinstadt in der Provinz Castellón in der Nähe von Valencia. Nach einer Stunde Fahrt hatten wir endlich unser Zeil erreicht. So einfach? Nein! Bei all dem darf man ja auch nicht vergessen, ich bin hier in Spanien und Organisation gehört einfach nicht zu ihren Talenten. So sind wir gut eine Stunde unseren verpeilten Tour Guides hinterher gelaufen. Diese haben mit Google-Maps die Touristeninformation gesucht. Bis zum Mittagessen war dank unserer frühen Abfahrt noch etwas Zeit. Gemeinsam mit Mateo (gebürtiger Italiener, unser Guide und verpeilt/ desorientiert wie sonst keiner!) sind wir auf eine kleine Wanderung gegangen zu dem kleinen Fluss der Stadt herunter, von dem aus auch später das Bulltreiben gestartet ist. Mit nur 30 min Verspätung haben auch wir dann irgendwann mal den Treffpunkt zum Mittagessen gefunden! Es gab Wein, Brot mit Wurst und Käse auf der Straße inmitten von Hunderten, die auf die stürmenden Bullen gewartet haben. Es gibt eleganteres, aber das war pures Spanien-Feeling. Ich liebe es so sehr! Alle sind offen, lebensfroh und unkompliziert. Innerhalb von einer Minute treiben Reiter die jungen Bullen durch die Straße bis in die Arena, in der später der Kampf stattfinden wird.
Bis zum eigentlichen Kampf entspannen sich alle Bewohner im Festzelt, wo man einige spanische Leckereien und Spezialitäten abgreifen kann. Frauen tanzen und Männer fangen an sich Mut für den kommenden Kampf anzutrinken. Unser Highlight: Mateo versucht beim tanzen mit einer Kolumbianerin mitzuhalten, was ihm eher nicht gelingt. Aber jetzt zum eigentlichen Highlight des Tages: Der Kampf mit den Bullen. Klar habe ich mich erst gefragt, ob das so gut ist. Für die Leute ist es Tradition, sie freuen sich ein ganzes Jahr lang darauf und viele Männer träumen davon bei einem Kampf die Hörner des Bullen zu berühren und ihre Männlichkeit zu beweisen! Auch haben wir erfahren, dass bei 80% aller Kämpfe die Bullen nicht verletzt werden dürfen, da die Veranstalter Bullen mieten und diese im "Ganzen" und unversehrt zurück geben müssen. Das einzige, was ich nicht gut heiße ist also die Anwendung der Elektroschocker vor ihrem Auftritt.
Ich habe es genossen alles mit ansehen zu können und auch diesen Teil Spaniens kennengelernt zuhaben! Wobei ich froh war auf einer erhöhten Tribüne zu sitzen und nicht wie andere am Fuß der Arena immer wieder vor dem Bullen abzuhauen und sich hinter Gitterstäben zusichern.
Peniscola,
liegt ebenfalls in der autonomen Region Valencia im Gebiet des historischen Königreiches Aragonien an der Mittelmeerküste. Es ist einer wenn nicht sogar der schönste Ort den ich je gesehen habe. Die Altstadt wurde auf einem imposanten Steinfelsen im Meer gebaut und später mit dem Festland verbunden.
Hier war alles eher entspannter als in Segorbe. In einem kleinen Lokal haben wir die bisher beste Paella gegessen. Danach wussten wir auch alle wie man elegant Garnelen isst und das einem hier gerne leere Muscheln in der Paella serviert werden. Bis zum Stierkampf lagen wir am Strand und haben die Aussicht genossen. Baden war bei dem Wind und ohne Sonne leider nicht drin. Wie schon in Segorbe haben Jungs und Männer (16-36 Jahre) den Bullen in der Arena gereizt und sich von ihm jagen lassen. Besonders schön war die anschließende Führung durch die Altstadt. Es gibt dort so viel zu entdecken; Ein Haus, welches mit Muscheln verziert ist, Löcher neben Häusern bei denen man bis aufs Meer sehen kann, steile enge Gassen und natürlich eine imposante Kirche. Gegen Abend hat sich dann die ganze Stadt an der Strandpromenade versammelt um die Abschlussparade zu begutachten. Reiter, Blaskapellen, Kostümierte Leute, welche die Geschichte der Stadt verkörpern, etc. Was für ein gelungener Abschluss für einen wunderschönen Tag!



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